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Weiterbildung für Steuerfachangestellte: Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter oder Steuerberater?

· 6 Minuten Lesezeit

Nach der Ausbildung und ein paar Jahren in der Kanzlei stellt sich die Frage: Wohin geht es weiter? Zur Auswahl stehen vor allem der Steuerfachwirt, der Bilanzbuchhalter, der Weg zum Steuerberater und ein Studium. Jeder Weg führt zu anderen Aufgaben. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die Frage für sich zu beantworten, bevor Sie Geld und Freizeit investieren. Genaue Zulassungsvoraussetzungen, Prüfungsinhalte, Kosten und Dauer ändern sich und stehen bei den zuständigen Stellen. Das sind je nach Abschluss die Industrie- und Handelskammer oder die Steuerberaterkammer.

Zuerst die Frage: Was möchten Sie tun?

Der Titel ist selten das Ziel. Entscheidend ist, welche Arbeit Sie künftig machen wollen. Fragen Sie sich:

  • Arbeite ich gern mit Zahlen und Abschlüssen, oder berate ich lieber Mandanten?
  • Möchte ich Verantwortung für Mandate tragen und das Team anleiten?
  • Reizt mich Steuerrecht in der Tiefe, oder eher die Buchhaltung und der Jahresabschluss?
  • Wie viel Zeit kann ich neben der Arbeit aufbringen, und wie lange?

Wer das beantwortet hat, sortiert die Möglichkeiten viel leichter.

Steuerfachwirt: Vertiefung im Steuerrecht

Der Steuerfachwirt vertieft das Fachwissen im Steuerrecht und bereitet auf Aufgaben mit mehr Verantwortung vor, etwa die selbstständige Bearbeitung anspruchsvoller Mandate oder die Leitung einer Abteilung. Er passt, wenn Sie in der Kanzlei bleiben und fachlich aufsteigen möchten.

Bilanzbuchhalter: Schwerpunkt Rechnungswesen

Wer gern Abschlüsse erstellt und sich im Rechnungswesen weiterentwickeln möchte, findet im Bilanzbuchhalter einen Weg, der auch außerhalb der Steuerkanzlei trägt. Unternehmen mit eigener Buchhaltung suchen solche Profile. Prüfen Sie, ob der Schwerpunkt zu Ihrer Neigung passt, bevor Sie sich entscheiden.

Steuerberater: der längere Weg

Der Weg zum Steuerberater führt über eine anspruchsvolle Prüfung. Er verlangt in der Regel einen langen Atem, und die Vorbereitung neben dem Beruf ist anstrengend. Dafür bietet er die Berechtigung zur Beratung in eigener Verantwortung und die Möglichkeit, eine Kanzlei zu führen oder Partner zu werden. Wer diesen Weg erwägt, sollte vorher klären, wie die Kanzlei ihn unterstützt und was nach der Prüfung möglich ist.

Studium und andere Wege

Auch ein Studium in Betriebswirtschaft oder Steuerrecht kommt in Frage, vor allem wenn Sie langfristig in die Beratung oder in die Steuerabteilung eines Unternehmens möchten. Manche Hochschulen bieten berufsbegleitende Formen an. Fragen Sie dort nach den Voraussetzungen, denn sie unterscheiden sich stark.

Die Kanzlei einbinden

Eine Weiterbildung gelingt leichter, wenn die Kanzlei sie mitträgt. Sprechen Sie das früh an, am besten in einem Gespräch und nicht nebenbei. Mögliche Punkte:

  • Wird die Weiterbildung finanziell unterstützt, ganz oder teilweise?
  • Gibt es Freistellung für Kurse und Prüfungen?
  • Welche Verpflichtungen gibt es danach, etwa eine Bindung an die Kanzlei? Lassen Sie solche Regeln im Vertrag prüfen.
  • Welche Aufgaben und welche Vergütung sind nach dem Abschluss vorgesehen?

Halten Sie Zusagen schriftlich fest. Eine mündliche Zusage hilft Ihnen wenig, wenn sich Ansprechpartner oder Pläne ändern.

Was die Weiterbildung am Arbeitsalltag ändert

Mit einem höheren Abschluss steigen meist Aufgaben und Verantwortung, und oft auch die Erwartungen. Planen Sie darum die Jahre währenddessen realistisch. In der Fristenzeit bleibt wenig Kraft für Lernen, und eine Prüfungsphase fällt nicht immer in eine ruhige Zeit. Wer das mit der Kanzlei abspricht, verhindert Frust auf beiden Seiten. Zur Frage, was ein Abschluss für das Gehalt bedeutet, lesen Sie Gehalt in der Steuerkanzlei und Gehaltsverhandlung in der Steuerkanzlei.

Typische Fehler

  • Eine Weiterbildung beginnen, weil Kollegen sie machen, ohne das eigene Ziel zu kennen.
  • Den Zeitaufwand unterschätzen und Familie und Freizeit nicht einplanen.
  • Die Unterstützung der Kanzlei nicht klären und später überrascht werden.
  • Verpflichtungen nach dem Abschluss unterschreiben, ohne sie zu prüfen.
  • Nach dem Abschluss in der gleichen Rolle bleiben und sich wundern, dass sich nichts ändert.

Wenn die Kanzlei nicht zu Ihrem Plan passt

Manchmal stellt sich bei diesen Gesprächen heraus, dass die Kanzlei Ihre Pläne nicht trägt. Dann lohnt ein Blick auf andere Kanzleien, die Weiterbildung fördern. Fragen, die Sie dafür stellen sollten, finden Sie im Beitrag Woran Sie eine gute Kanzlei erkennen. Wie ein Wechsel diskret abläuft, steht in Kanzleiwechsel: So gelingt er diskret.

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