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Für Fachkräfte

Gehalt in der Steuerkanzlei: Wovon es abhängt

· 5 Minuten Lesezeit

Wer in einer Steuerkanzlei arbeitet oder dorthin wechseln möchte, fragt früher oder später nach dem Gehalt. Pauschale Zahlen helfen dabei wenig, denn zwischen zwei Kanzleien können bei gleicher Berufsbezeichnung deutliche Unterschiede liegen. Dieser Beitrag nennt bewusst keine Beträge. Er beschreibt, welche Faktoren die Vergütung bestimmen und worauf Sie in Gesprächen achten können.

Qualifikation und Weiterbildung

Am stärksten beeinflussen die meisten Fachkräfte ihr Gehalt durch die eigene Qualifikation. Eine abgeschlossene Ausbildung zur Steuerfachangestellten (m/w/d) bildet die Grundlage. Darauf bauen Fortbildungen auf, etwa zum Steuerfachwirt (m/w/d) oder zum Bilanzbuchhalter (m/w/d). Sie zeigen, dass jemand fachlich tiefer einsteigt und Aufgaben mit mehr Eigenständigkeit übernehmen kann.

Dabei zählt nicht nur der Titel. Entscheidend ist, ob die Kanzlei die zusätzliche Qualifikation tatsächlich nutzt. Wer als Bilanzbuchhalter (m/w/d) eingestellt wird, aber dauerhaft laufende Buchungen erledigt, wird dafür selten besser bezahlt als jemand ohne Fortbildung. Klären Sie deshalb, welche Aufgaben mit der Stelle verbunden sind und ob die Qualifikation sich im Gehalt niederschlägt.

Auch Spezialwissen kann wirken, etwa in der Lohnabrechnung, im Umgang mit komplexen Abschlüssen oder bei bestimmten Branchen. Je schwerer jemand zu ersetzen ist, desto stärker ist in der Regel seine Verhandlungsposition.

Region

Das Gehaltsniveau unterscheidet sich zwischen Regionen und zwischen Stadt und Land. Kanzleien in Metropolregionen zahlen häufig anders als Kanzleien in ländlichen Gebieten, in denen die Lebenshaltungskosten niedriger sind. Gleichzeitig ist der Wettbewerb um Fachkräfte nicht überall gleich. In Gegenden, in denen mehrere Kanzleien um wenige qualifizierte Personen werben, steigt der Druck auf die Vergütung.

Mobiles Arbeiten verändert diese Rechnung teilweise. Wer an bestimmten Tagen von zu Hause arbeiten kann, spart Fahrtzeit und gewinnt Spielraum bei der Wahl der Kanzlei. Eine einheitliche Regel gibt es allerdings nicht. Manche Kanzleien orientieren sich am Standort der Fachkraft, andere am Sitz der Kanzlei.

Kanzleigröße und Mandantenstruktur

Eine kleine Kanzlei mit überschaubarem Team bietet oft kurze Wege, viel Eigenverantwortung und einen engen Kontakt zum Inhaber. Größere Einheiten bieten häufig geregelte Karrierestufen, spezialisierte Abteilungen und mehr Fortbildungsangebote. Beides kann attraktiv sein, und beides spiegelt sich in der Vergütung unterschiedlich wider.

Mindestens ebenso wichtig ist die Mandantenstruktur. Eine Kanzlei, die überwiegend Unternehmen mit anspruchsvollen Abschlüssen betreut, stellt andere Anforderungen als eine Kanzlei mit Schwerpunkt auf Privatpersonen und einfachen Steuererklärungen. Wirtschaftlich stärkere und komplexere Mandate ermöglichen häufig eine höhere Vergütung. Die Fachkraft sollte deshalb nicht nur nach der Größe fragen, sondern danach, welche Mandate sie tatsächlich bearbeiten wird.

Verantwortung und Berufserfahrung

Gehalt folgt in der Regel der Verantwortung. Wer Mandanten selbstständig betreut, Fristen eigenverantwortlich überwacht und Abschlüsse bis zur Vorlage beim Berufsträger vorbereitet, übernimmt mehr als jemand, der Belege erfasst und kontiert. Erst recht gilt das für Führungsaufgaben: die Leitung eines Teams, die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen oder die Vertretung des Berufsträgers gegenüber Mandanten.

Berufserfahrung wirkt dabei nicht automatisch. Entscheidend ist, was sich darin zeigt. Jahre in derselben Tätigkeit ohne Zuwachs an Verantwortung begründen weniger als eine Entwicklung, bei der sich der Aufgabenbereich spürbar erweitert hat. Beschreiben Sie in Gesprächen konkret, was Sie verantwortet haben: welche Mandate, welche Abschlüsse, welche Abstimmungen mit Finanzamt und Mandant.

Arbeitsmodell

Das Arbeitsmodell gehört zum Gesamtpaket und ist nicht bloß ein Nebenthema. Vollzeit oder Teilzeit, feste oder flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, der Umgang mit Überstunden in der Fristenzeit: All das beeinflusst, was ein Gehalt in der Praxis wert ist.

Fragen Sie nach, wie Mehrarbeit ausgeglichen wird, ob durch Freizeit, Vergütung oder gar nicht. Fragen Sie auch, wie verbindlich zugesagte Regelungen sind. Eine mündliche Zusage zu mobilem Arbeiten ersetzt keine Vereinbarung. Ein Modell, das zu Ihrem Leben passt, kann mehr wert sein als ein etwas höherer Betrag mit starren Rahmenbedingungen.

Zusatzleistungen

Zusatzleistungen ergänzen das Grundgehalt. Dazu zählen je nach Kanzlei Zuschüsse zur Altersvorsorge, die Übernahme von Fortbildungskosten, bezahlte Freistellung für Prüfungsvorbereitung, Fahrtkostenzuschüsse, ein Jobticket oder Gesundheitsangebote und zusätzliche Urlaubstage.

Vergleichen Sie Angebote deshalb als Ganzes. Ein niedrigeres Grundgehalt mit übernommenen Fortbildungskosten und freien Tagen für die Prüfungsvorbereitung kann auf mehrere Jahre betrachtet günstiger sein als ein höheres Gehalt ohne Förderung. Lassen Sie sich Zusatzleistungen schriftlich bestätigen und prüfen Sie, ob sie an Bedingungen geknüpft sind, etwa an eine Mindestdauer der Betriebszugehörigkeit nach einer geförderten Fortbildung.

Was sich nicht im Vertrag findet

Nicht alles, was ein Gehalt ausmacht, steht in der Zahl. Dazu gehören die Aussicht auf eine Stelle mit mehr Verantwortung, die Haltung des Inhabers zur Weiterbildung und die Frage, ob Leistung wahrgenommen wird. Eine Kanzlei, die Entwicklung ernsthaft plant, erkennen Sie daran, dass sie konkrete Schritte benennen kann: welche Aufgaben nach einer bestandenen Prüfung hinzukommen und wie sich das auf die Vergütung auswirkt.

Fragen Sie auch, wie oft das Gehalt überprüft wird und nach welchen Kriterien. Ein festes Gespräch im Jahr ist ein besseres Zeichen als eine Zusage, bei Bedarf darüber zu sprechen.

So gehen Sie in das Gehaltsgespräch

Bereiten Sie das Gespräch sorgfältig vor. Klären Sie, welche Aufgaben Sie übernehmen, welche Qualifikation Sie einbringen und welche Entwicklung Sie sich wünschen. Nennen Sie Ihre Vorstellung ruhig und begründet. Wer sachlich argumentiert, wird von seriösen Kanzleien ernst genommen.

Wie wir arbeiten

KanzleiKreis vermittelt Fachkräfte ausschließlich in Festanstellung. Wir besprechen persönlich mit Ihnen, welche Aufgaben, Mandantenstruktur und Rahmenbedingungen für Sie zusammenpassen. Für Fachkräfte ist das kostenfrei. Mehr dazu auf der Seite Für Fachkräfte. Für ein erstes Gespräch nutzen Sie das Kontaktformular.

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